Auf dieser Seite finden Sie allerlei Nützliches zur Technik des Bogenschießens.
So individuell wie jeder Schütze, ist auch sein Pfeil. Für ein sauberes Schussbild ist die Berücksichtigung vieler Faktoren nötig. Grundfaktoren sind die Auszugslänge in Abhängikeit der Armlänge und des Körperbaus des Schützen, die Zugkraft des Bogens und dem jeweiligen Einsatzzweck.
Eine wesentliche Eigenschaft des Pfeils ist seine Biegefähigkeit, dem Spine-Wert. Um den richtigen Pfeil für den Schützen zu finden, ist die Pfeiltabelle von Easton hilfreich, die Sie über unten stehenden Link herunterladen können.
Dieses Video ist ein MUSS für jeden, der das Bogenschießen mit dem olympischen Recurve, dem Blankbogen oder auch dem Compound ernsthaft betreiben möchte. Ob nun später einmal als Freizeitsportler, Breitensportler, Leistungs- oder Spitzensportler ist zuerst einmal egal, weil niemand als Leistungssportler anfängt.
Das Video zeigt mehrere Trainingsschüsse aus unterschiedlichsten Perspektiven, und nicht, wie man vielleicht glauben könnte, einen Schuss aus unterschiedlichen Richtungen gefilmt.
Und genau dieser Eindruck, alle Schüsse sehen gleich aus, das ist das Ziel, welches jeder Schütze zumindest versuchen sollte zu erreichen. Jeder Schuss eine Kopie des anderen, am vorteilhaftesten natürlich kombiniert mit der richtigen disziplinspezifischenTechnik.
Der Schuss mit Pfeil und Bogen untergliedert sich in verschiede Phasen oder Elemente, für die in diversen Büchern unterschiedliche Begriffe verwendet werden. Viele sagen, der Begriff „Positionsphasen“ würde es am ehesten treffen, für mich impliziert der Begriff „Position“ jedoch etwas statisches, und beim Schussablauf gibt es in keiner Phase ein statisches Moment des Innehaltens. Die Bewegungen verlangsamen sich, manchmal bis hin zum fast nicht mehr wahrnehmbaren, aber ein Stillstand oder ein Innehalten darf nicht sein.
Die einzelnen Phasen oder Elemente eines Schusses werden mit Hilfe der sogenannten Teillehr-Methode den Anfängern beigebracht. Dabei wird der Schussablauf in seine Elemente zerlegt und diese werden dem Anfänger einzeln und nacheinander beigebracht und langsam zu einem simulierten Schussablauf ( ohne Bogen ) kombiniert. Eines der wichtigsten Elemente hierbei ist es, auch später im fortführenden Training, dem Anfänger es so zu erklären, dass er es versteht und nachvollziehen und mit eigenen Worten auch erklären kann. Vormachen und Abschauen lassen gehören nicht zu den Ausbildungsmethodiken beim Bogenschießen.
Wenn die Grundelemente des Schussablaufes soweit gefestigt sind, wird ein auf den Anfänger abgestimmter Bogen ausgesucht, sowohl was Gewicht, Zugstärke, Ausrichtung und Länge betrifft. Im Grundsatz gilt: Lieber 6 lbs zu wenig als nur ein einziges lbs zu viel bei der Zugstärke des Bogens.
Bei der weiteren Ausbildung werden sukzessive die weiteren, notwendigen Schusselemente mit eingebaut, und zwar in der korrekten Reihenfolge. So müssen ( als Beispiel ) zwar von Anfang an Fingerschlingen verwendet werden, jedoch ein Klicker ( Auszugskontrolle ) wird erst dann verwendet, wenn der Anfänger ( oder nennen wir Ihn ab hier Schütze ) in der Lage ist hunderte von Schüssen konzentriert, gleichmäßig und ohne Variationen zu schießen. In jeder Phase der Ausbildung ist auf die korrekte Durchführung der erlernten Schuss-Elemente zu achten. Individualisierungen am Schießstil sind in 99% aller Fälle nicht notwendig und angebracht, solange der Schütze sich noch in der Grundausbildung befindet. Es gibt nur einen Stand, eine Körperspannung, eine Schulterposition, eine Bogenhand-Stellung, einen Anker und eine Kopfhaltung.
Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen, bis hier wurde noch nicht von Visier, Visiertechniken und Treffertraining gesprochen. Ein weiterer Grundsatz: Das treffen kommt von alleine, wenn die richtige Technik erlernt wurde. Was bedeutet das in der Praxis? Viel zu früh wird oftmals auf „das Treffen“ fokussiert, der Schütze lernt zwar „irgendwie“ zu treffen, was jedoch in den allermeisten Fällen nicht von Dauer sein wird. Gerade bei jungen Anfängern, wo im Laufe der Jahre die Entfernungen größer und die Mitte kleiner wird, erfährt der Schütze bei jedem Altersklassen-Wechsel einen eklatanten Rückschlag, was sich vermeiden lässt, wenn der Schütze die korrekt erlernte Technik anwenden kann.
Parallel zur Schießausbildung muss auch zwingend an der allgemeinen Kondition gearbeitet werden. Bogenschießen ist eine Sportart, die neben Körpergefühl, Technik, Konzentrationsfähigkeit und Kraft ( spezieller Kraft ) auch Ausdauer beim Schützen notwendig macht.
© Arno Suhm
Die Anfänge der olympischen Recurve-Bögen gehen zurück bis hin zu einteiligen Holzbögen, also nicht demontierbare Bögen, das was man heute als „Jagdbogen“ im weitesten Sinne beschreiben würde. Die Visiere waren meist am Mittelteil fix montiert und nur in der Höhe verstellbar, keine Rechts-Links Verstellung und keine Schiene zur Verstellung des Auge-Visierkorn Abstandes. Die Pfeile, meistens noch schwere, dicke Alu-Pfeile, wurden mit diesem Bögen über Distanzen von bis zu 90 mtr bei Wind und Wetter ins Zentrum der damals wie heute 122cm großen Trefferfläche gebracht.
Zu Beginn des Metall-Zeitalters mit seinen demontierbaren Wurfarmen ging so gut wie jeder Hersteller noch seinen eigenen, technischen Lösungsweg, die Wurfarme am Mittelteil zu befestigen, sei es nun Hoyt, Samick, OK, Yamaha oder sonstige Hersteller. Erst später wurde diese Aufnahme-Technik vereinheitlicht zu dem sogenannten ILF-System ( ILF =International Limb Fitting) , welches es nicht nur dem Schützen/Trainer erlaubt, Wurfarme mit ILF-System zwischen Bögen unterschiedlicher Hersteller zu tauschen, sondern auch bei einem Mittelteil zu bleiben, und durch Tausch der Wurfarme mit ILF-System das Zuggewicht zu variieren. Ebenso war es ein Bestreben der Hersteller, ein paar gängige Definitionen zu fixieren, welche als AMO-Standards ( AMO=Archery Manufacturers and Merchants Organization oder auch offiziell AMADA = Archery Manufacturers And Dealers Association ) dem Schützen hin und wieder begegnen. Dies war die Geburtsstunde des heute am weitesten verbreiteten Olympischen Recurve-Bogens mit seinen vielfältigen Mitteteilen ( Riser ) und Wurfarmen ( Limbs ).
Die heutigen Mittelteile bestehen entweder aus gefrästem - oder Guss-Aluminium ( spezielle Legierungen ), oder Carbon-Verbundstoffen. Es gibt Sie bereits ab ca. 120 Euro (Stand 2012) in vernünftiger Qualität zu kaufen, High-End Produkte können aber auch schon mal an oder über 600 Euro kosten. Die Länge ( angegeben in Zoll ) liegt in den allermeisten Fällen bei 23“, 25“ ( am häufigsten verwendet ) und 27“.
Die Länge des Mittelteils richtet sich in der Regel nach der Auszugslänge ( Körpergröße ) des Schützen.
Die Wurfarme bestehen aus 2 grundlegenden Materialien, Holz und Verbundstoffe ( Schäume, Carbon, Glasfaser ) oft auch im Materialmix. Auch hier reicht das Preisgefüge von etwa 120 Euro bis auch mal über 600 Euro. Die Wurfarme werden in Längen von Short, Medium und Long angeboten, in Kombination mit der am häufigsten verkauften Länge des Mittelteils von 25“ ergibt die Kombination mit den Wurfarmen eine Länge von 66“ bei Short, 68“ bei Medium und 70“ bei Long. Sehr oft ist auch von 68“ oder 70“ Wurfarmen die Rede, ohne Angabe des Mittelteils ist in 99,9% das 25“ Mittelteil die Grundlage. Die grundlegenden Unterschiede der Materialen sind oftmals subjektive Eindrücke der Schützen. Den Carbon-Wurfarmen wird ein weicheres Zugverhalten im Endauszug, gerade bei längeren Auszügen, zugesprochen, den kombinierten Modellen weniger Empfindlichkeit bei Temperatur-Extremen. Letztendlich ist die Entscheidung für den einen oder anderen Wurfarm eine Frage des Geldbeutels und des individuellen Gefühls des Schützen bei seiner Bogengröße und Auszugslänge. Daher empfiehlt es sich nicht, Wurfarme in Long auszuprobieren und in Short zu kaufen. Eine weitere Angabe auf den Wurfarmen ist die Zugstärke, angegeben in lbs ( engl. Pfund, ca. 0,453 kg ). Die Wurfarme sind nahezu alle in Abstufungen von 2 lbs erhältlich. Ein paar Wurfarme besteht immer aus einem oberen- und einem unteren Wurfarm, die auch so wie gekennzeichnet auf dem Bogen zu montieren sind, da beide unterschiedliche Leistungskurven aufweisen.
Weitere Bestandteile der Ausstattung eines Olympischen Recurve-Bogens sind das Visier, die Stabilisation, der Button, die Pfeilauflage, die Auszugskontrolle ( Klicker ) und die Sehne.
Leihbögen, gerade für Anfänger eine interessante Variante, da sich das Zuggewicht nicht nur durch Kraftzuwachs bei sauberer Grundtechnik verändert , sondern die Jugendlichen in Wachstumsphasen auch mal aus diesem Grund einen neuen Bögen brauchen, haben sich sehr bewährt und durchgesetzt. Sein persönliches Equipment wie Köcher, Gleitschutz, Tab, Koffer, Bogenständer usw. legt sich der Anfänger relativ schnell zu, zu einem späteren Zeitpunkt auch mal ein eigenes Mittelteil mit eigener Stabilisation und Visier, die Wurfarme sind meistens der letzte Bestandteil einer Bogen-Ausrüstung, die fest gekauft werden.
© Arno Suhm
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